Wachsmoulagen: Dreidimensionale Dokumente
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Moulagen sind dreidimensionale Nachbildungen erkrankter Körperteile, die über einen Gipsabdruck aus einem Wachs-Harz-Gemisch gegossen werden. Die völlig detailgetreuen Abbilder sind als ideale Lehrmittel für das Studium der Hautkrankheiten bekannt. Vielerorts gerieten sie nach der Verbesserung der Farbfotografie in Vergessenheit und wurden erst im Rahmen historischer Forschung entdeckt. In Zürich haben sie dank ihrer hervorragenden Qualität unterdessen wieder einen festen Platz im Studium der Hautkrankheiten erhalten.
Kaum bekannt ist ihre historische Bedeutung in der dermatologischen Forschung. Die grosse Anzahl aufwändig hergestellter Moulagen von Forschungsresultaten und Abbildungen von Moulagen in Fachzeitschriften und Handbüchern belegen dies. Moulagen von Tierversuchen und von Testungen an Probanden und Patienten legen aber auch nahe, dass die Wachsmoulage nicht nur zur Illustration einer möglichen Publikation, sondern auch zur Verlaufsdokumentation und für Vergleiche von Resultaten und Reaktionen im Forschungslabor selbst hergestellt wurde.
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Die Forschung an der Dermatologischen Klinik in Zürich
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Der Einsatz von Moulagen in der dermatologischen Forschung zwischen 1900 und 1950 ermöglicht uns auch heute, besondere Einblicke in die damaligen Fragestellungen und Probleme zu gewinnen. Die Befunde sind täuschend lebensecht festgehalten, wie dies mit keinem anderen bildgebenden Medium bis heute übertroffen werden konnte.
Neben aussergewöhnlichen Befunden und Krankheitsbildern, die damals zum ersten Mal beschrieben und von anderen Krankheiten abgegrenzt wurden, finden sich Moulagen zu Tierversuchen und Selbstversuchen der Forscher sowie auch von Testungen und Therapieversuchen an Patienten. Die Moulagen liefern ein lebendiges Bild der damaligen Probleme, mit denen die Spezialisten für Haut- und Geschlechtskrankheiten konfrontiert waren, und ihrer Theorien und Möglichkeiten, mit denen sie nach Lösungen suchten.
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Patienten mit Hautkrankheiten
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| Moulagen zeigen Nachbildungen von krankhaften Hautveränderungen, sie bilden ausgewählte Körperareale von Patienten ab. Die Moulage allein ist eine visuelle Momentaufnahme ohne weiteren Zusammenhang. Leider sind die Krankenakten zu den abgebildeten Personen nicht mehr erhalten. Während es bei Darstellungen für den Unterricht in der Dermatologie darum geht, möglichst krankheitstypische, „universell geltende“ Befunde festzuhalten, bei denen bewusst der Bezug zur abgebildeten Persönlichkeit ausgeblendet wird, zeigen die Moulagen aus der Forschung den besonderen Einzelfall und betonen individuelle Unterschiede. Patienten werden in publizierten Fallgeschichten oft mit ihrer Krankengeschichte vorgestellt, die auch die Vorgeschichte und andere Aspekte aus der persönlichen Geschichte (Anamnese) und manchmal Hinweise auf Therapieversuche und den weiteren Verlauf aufzeigt. Mit diesen Details gelingt es, im Museum die Schicksale hinter den realistischen Darstellung noch besser zu erkennen. |
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| Text: Dr. Michael L. Geiges |
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ab 1. Oktober 2005
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Begleitbroschüre
zur Ausstellung
ca. 48 Seiten, farbig
erscheint Ende November 2005
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